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Microsoft Server Lizenzierung in virtualisierten Umgebungen (Lizenzmobilität)

IT Solutions Katharina Surma

Das Thema Lizenzierung im Bereich der Microsoft Software scheint oft sehr komplex; für Jemanden, der sich nicht ständig in diesem Bereich weiter bildet und damit beschäftigt, ist es fast unmöglich den Überblick über das umfangreiche Lizenzrecht zu behalten.

Wir haben uns an dieser Stelle einen kleinen Bereich heraus gepickt und die wichtigsten Stolpersteine im Hinblick auf die Lizenzmobilität in virtuellen Umgebungen zusammengefasst.

Im Rahmen der Virtualisierung spielt die Lizenzmobilität eine wichtige Rolle; immer dann, wenn Sie mit Hochverfügbarkeit, Clustern oder Lastenausgleich arbeiten, kommt sie zum Tragen. Gibt es in Ihrem Virtualisierungspool mehrere Hosts (Hardware Server), brauchen Sie, um eine Hochverfügbarkeit zu gewährleisten, die Möglichkeit Ihre virtuellen Server flexibel von einem auf den anderen Host zu verschieben bzw. durch die Virtualisierungssoftware  automatisiert verschieben zu lassen.

Grundsätzlich gilt für alle Serverlizenzen aus den klassischen Open NL Verträgen von Microsoft, dass Sie diese alle 90 Tage einer neuen Hardware zuweisen dürfen. In der virtualisierten Umgebung bedeutet das also Sie dürfen die Server nicht beliebig von einem Host zum anderen verschieben.
Ausschnitt Product Terms (August 2016)

Für den Windows Server gibt es für dieses Szenario keine Ausnahmen; hier gilt, alle Hosts müssen so durch lizenziert sein, dass Sie für alle in dem Pool befindlichen virtuellen Server eine virtuelle Windows Server Instanz bereithalten. In der aktuellen Version 2012 R2 liefert die Standard Variante 2 virtuelle Instanzen, in größeren Umgebungen wäre es also sehr kostspielig alle Hosts mit dieser Variante zu lizenzieren. Die Lösung hierfür ist der Windows Server Datacenter, dieser stellt n (unendlich) viele virtuelle Instanzen zur Verfügung.
Bildbeispiel:

Anders sieht es bei den Applikationsservern (Exchange, SQL, SharePoint, etc.). Für diese gibt es die oben schon erwähnte Lizenzmobilität, damit man Sie flexibel von einem Host zum anderen verschieben kann. Aber Achtung!!! Die Lizenzmobilität ist in den aktuellen Versionen Bestandteil von Software Assurance (SA) und besteht auch nur für Applikationsserver, die über eine gültige SA verfügen. Geregelt werden diese Szenarien in den Product Use Rights (PUR) von Microsoft. Die PURs werden regelmäßig aktualisiert, angepasst und erneuert. Gültig für die eigene Lizenz ist immer das PUR, was zum Zeitpunkt des  Lizenzkaufs Gültigkeit hatte. Beispiel Lizenzmobilität Exchange Server: Seit der Version 2007 wird der Microsoft Exchange Server für virtuelle Umgebungen supportet. Laut den PURs beinhalten die normalen Lizenzen (Standard, Enterprise) die Lizenzmobilität. Im Oktober 2012 wurden die PURs angepasst und ein zusätzlicher Passus eingefügt, der die Lizenzmobilität nur noch unter gültiger SA erlaubt. Somit haben also die vor Herbst 2012 erworbenen Exchange Server (2007 / 2010) auch ohne SA Lizenzmobilität. Alle jüngeren Versionen müssen zusätzlich mit Software Assurance ausgestattet werden.
Ausschnitt PURs:

Fazit:

  • Für den Windows Server gibt es keine Lizenzmobilität, er muss für alle Hosts komplett durchlizensiert werden.
  • Bei den älteren Applikationsservern ist die Lizenzmobilität in der Basislizenz enthalten.
  • Bei den Applikationsservern ab 10/2012 ist die Lizenzmobilität nut unter aktiver SA gestattet.

Gerne beantworten wir Ihnen Ihre Fragen rund um das Thema Microsoft Lizenzierung oder führen gemeinsam mit Ihnen eine Überprüfung, Ihrer Lizenzen durch. Unsere zertifizierten SAM Consultants ermittelt gemeinsam mit Ihnen den Ist-Bestand und eventuelle Fehlbestände um eine Lückenlose Lizenzierung sicher zu stellen. info(at)nccms.de